I VERANSTALTUNGSRÜCKBLICK
Die Himmelsscheibe von Nebra und Die Schamanin
Am 28. April 2026 hat das Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale) auf Einladung des Staatsministers und Ministers für Kultur Rainer Robra mit der Präsentation der Himmelsscheibe von Nebra in Brüssel ein weiteres Mal auf die Vielfältigkeit des UNESCO Welterbes in Sachsen-Anhalt aufmerksam machen können. Im Anschluss an die Grußworte von Dr. Henrike Franz, Abteilungsleiterin für internationale Zusammenarbeit in der Staatskanzlei, stellte Dr. Bettina Stoll-Tucker, Abteilungsleiterin im Landesmuseum für Vorgeschichte, die Forschungsergebnisse der vergangenen Jahre zur Himmelsscheibe vor. Nach der aufsehenerregenden Kriminalgeschichte rund um den Fund durch Raubgräber und letztlicher Sicherstellung der Himmelsscheibe haben die präsentierten wissenschaftlichen Untersuchungsergebnisse und deren Interpretation die herausragende Bedeutung des Fundstückes herausgestellt. Die Himmelsscheibe ist das älteste bekannte Artefakt mit Himmelsdarstellungen, deren Entdeckung das Wissen über die frühe Menschheitsgeschichte und die Entwicklung der Astronomie erheblich erweitert hat. Das Zeitzeugnis wird zu Recht als „Memory of the World“ bezeichnet, weil es in seiner Gesamtheit ein unglaubliches Spektrum an Erkenntnissen liefert. Die im Anschluss an den Vortrag gestellten Publikumsfragen haben das Interesse und die Neugier daran bewiesen. Seien Sie daher herzlich eingeladen, die Himmelscheibe in der Dauerausstellung im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) zu besuchen und die vielfältige Geschichte rundherum zu erfahren. Eine besondere Empfehlung galt auch den Himmelswegen – einer Route durch Sachsen-Anhalt, welche besondere kulturhistorische Fundorte und museale Einrichtungen miteinander verbindet.
Der Abend wurde außerdem dazu genutzt, um auf die aktuelle Sonderausstellung „Die Schamanin“ hinzuweisen. Eingeführt in das Thema der mittelsteinzeitlichen „Schamanin von Bad Dürrenberg“ und den mit dem Fund verbundenen Erkenntnissen hat Dr. Laura Müller vom Team der Sonderausstellung des Landesmuseums für Vorgeschichte. Auch dieser Zufallsfund erzählt eine spannende Geschichte von der Entdeckung über erste (Fehl-) Interpretationen bis zur heutigen Deutung und immer wieder neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen durch immer modernere Untersuchungsmethoden. Die Lage und besonderen Grabbeigaben der zweitältesten bekannten Bestattung in Sachsen-Anhalt lassen eine herausragende gesellschaftliche Rolle und Stellung erkennen, die auf schamanistische Praktiken schließen lassen. Einiges lässt sich aber auch nicht in Gänze aufklären und gibt so weiter Rätsel auf. Die empfehlenswerte Sonderausstellung kann noch bis 1. November 2026 im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale) besucht werden.
Musikalisch wurde die Veranstaltung von Matthias Marggraf alias Ultracello eingerahmt. Er ist Magdeburgs bekanntester Straßenkünstler, der sein Publikum weit über die Stadtgrenzen hinaus mit seinen besonderen Klangwelten begeistert. Mit Cello und Loopstation gelang es ihm, einen faszinierenden sphärischen und doch bodenständigen Klangteppich passend zum Veranstaltungsthema zu weben.
Mit viel Spaß und Leidenschaft wurde anschließend am Weltkulturerbe-Glücksrad gedreht. Nach geschicktem Schwung standen mehr oder weniger schwere Fragen rund um die UNESCO Welterbestätten Sachsen-Anhalts bereit. yl

