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15. April 2026 08/26

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Leserinnen und Leser,

in die Woche sind wir gestartet mit der Nachricht, dass Ungarn sich, wie die Wahlergebnisse zeigen, deutlich für eine Regierung entschieden hat, die Europa und den gemeinschaftlich europäisch vertretenen Werten sehr viel wohlgesonnener scheint, als es die alte Regierung tat. Dieses Wahlergebnis dürfte voraussichtlich eine Abkehr von der oftmals schwierigen Blockadepolitik Ungarns der vergangenen Jahre bedeuten.

Außerdem wollen wir einen Blick auf die vergangene Woche werfen. Im Rahmen einer Reise nach Deutschland machte Christophe Hansen, Kommissar für Landwirtschaft und Ernährung der Europäischen Kommission, Halt in Sachsen-Anhalt und besuchte, gemeinsam mit Ministerpräsident Sven Schulze, die SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH in Lutherstadt Wittenberg. Erörtert wurden die Auswirkungen der derzeitigen geopolitischen Lage auf die Produktion von Düngemitteln und Möglichkeiten, um Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit von Düngemitteln zu verbessern.

Zu guter Letzt möchten wir unser Augenmerk auf eine eigene Veranstaltung in Brüssel richten. StS Dr. Ude war gestern nach Brüssel gereist, um das Land bei der Veranstaltung „100 years of Bauhaus Dessau and the New European Bauhaus: local leadership for just transition“ zu repräsentieren. Mehr zur Veranstaltung finden Sie hier.

Mit freundlichen Grüßen 

Carmen Johannsen 

Leiterin der Landesvertretung 

Aus den Fachbereichen

I ENERGIE

Europäische Kommission diskutiert Folgen der Nahostkrise für Europas Energieversorgung

Die Europäische Kommission hat in ihrer wöchentlichen Sitzung die wirtschaftlichen Auswirkungen der anhaltenden Krise im Nahen Osten bewertet – mit einem klaren Befund: Die Lage stellt Europas Energieversorgung vor ernsthafte Herausforderungen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte anschließend, die faktische Schließung der strategisch wichtigen Straße von Hormus habe die Importkosten für fossile Energien in die Höhe schnellen lassen. Innerhalb von nur 44 Tagen habe die EU über 22 Milliarden Euro zusätzlich zahlen müssen. Auch bei einem schnellen Ende der Kampfhandlungen sei in den kommenden Monaten mit fortdauernden Lieferstörungen zu rechnen.

Vor dem informellen EU-Gipfel in Zypern kommende Woche will die Kommission ein Maßnahmenpaket präsentieren, das sowohl kurzfristige Entlastung als auch strukturelle Reformen vorsieht. Kurzfristige Schritte umfassen eine verstärkte europäische Koordinierung bei der Befüllung von Gasspeichern, der Freigabe strategischer Ölreserven und bei nationalen Notfallplänen. Zudem sollen besonders betroffene Haushalte und Wirtschaftssektoren zeitlich begrenzte Unterstützung erhalten. Die Beihilferegeln sollen noch im April angepasst werden. Die Kommission holt dazu bereits die Stellungnahmen der Mitgliedstaaten zu einem Entwurf eines vorübergehenden Krisenrahmens für staatliche Beihilfen ein. Zusätzlich wirbt die Kommission für mehr Energieeffizienz, um den Verbrauch kurzfristig zu senken. Strukturell plant Brüssel unter anderem eine Reform des europäischen Emissionshandelssystems, neue Gesetzgebung zu Stromsteuern und Netzentgelten sowie die beschleunigte Verabschiedung des sogenannten Grids-Pakets, das den Ausbau von Netzen und Speichern vorantreiben soll. Noch vor dem Sommer soll zudem eine umfassende Elektrifizierungsstrategie vorgelegt werden, um die Abhängigkeit von fossilen Energien deutlich zu reduzieren.

Ursula von der Leyen erinnerte zudem daran, dass die Energiepreise in der EU vor allem vom Preis der eigentlichen Energiequelle – Öl, Gas oder Stromerzeugung – bestimmt würden. Netzentgelte, Steuern und Abgaben spielten ebenfalls eine Rolle, der Anteil des Emissionshandels sei hingegen vergleichsweise gering. Langfristig, so die Kommissionspräsidentin, könne Europa nur durch den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien, Investitionen in Kernenergie, die umfassende Elektrifizierung und gezielte öffentliche sowie private Investitionen unabhängiger werden. Um diese Mittel zu mobilisieren, wolle die Kommission eine europäische Investitionskonferenz einberufen. dw

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I FORSCHUNG & INNOVATION

Gemeinsame Erklärung von sieben europäischen Rektorenkonferenzen zu FP10 und ERASMUS+

In einer am 7. April 2026 veröffentlichten gemeinsamen Erklärung fordern die Rektorenkonferenzen von sieben EU-Mitgliedstaaten ein starkes 10. Rahmenprogramm für Forschung und Innovation (FP10) mit einem Budget von 220 Milliarden Euro sowie ein Budget von 60 Milliarden Euro für Erasmus+. Die Unterzeichner der gemeinsamen Erklärung sind die Deutsche Rektorenkonferenz (DE), France Universités (FR), Universitäten der Niederlande (NL), die Konferenz der Rektoren der akademischen Hochschulen in Polen (PL), der Flämische Interuniversitäre Rat (BE), der Rektorenrat der französischsprachigen Universitäten Belgiens (BE) und die Konferenz der Rektoren spanischer Universitäten (ES).

In ihrer Erklärung weisen sie darauf hin, dass kein Mitgliedstaat die heutigen wissenschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen allein bewältigen kann und dem folgend ist ein starkes und kohärentes europäisches Engagement unerlässlich. Damit soll in der EU die Exzellenz gesichert, die globale Wettbewerbsfähigkeit erhalten und gewährleistet werden und das Wissen ein Gemeingut bleiben, das der Gesellschaft als Ganzes dient.

Im Hinblick auf das nächste Forschungsrahmenprogramm fordert die Erklärung unter anderem:

  • ein gut finanziertes, eigenständiges Programm mit einem Budget von 220 Milliarden Euro, das fest in der Exzellenz verankert ist und für Kontinuität und Planbarkeit sorgt;
  • Sozial- und Geisteswissenschaften sollten ein integraler und gut finanzierter Bestandteil der Zusammenarbeit und des FP10 insgesamt sein;
  • FP10 sollte die wichtigste Quelle für die europäische Finanzierung von Forschung und Innovation bleiben, während der ECF diese Innovationen in konkrete Anwendungen umsetzen soll, die das Wohlergehen, die wirtschaftliche Stärke und die Unabhängigkeit Europas fördern.
  • Governance-Struktur, in der das 10. Rahmenprogramm weiterhin von der F&I-Gemeinschaft in allen ihren Säulen gestaltet, gesteuert und betrieben wird.

Die gemeinsame Erklärung verweist auch auf die Bedeutung der Bildung für die europäische Solidarität, Zusammenarbeit und langfristige wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit. Sie fordert daher eine deutliche Aufstockung des Budgets für das nächste Erasmus+-Programm auf 60 Milliarden Euro.

Im Hinblick auf das kommende Gesetz zum Europäischen Forschungsraum (ERA) unterstreicht die gemeinsame Erklärung die Bedeutung einer Kultur der Offenheit, der akademischen Freiheit und der vertrauensvollen Zusammenarbeit und betrachtet daher die Möglichkeit für Forschende, Studierende und Ideen, sich frei über Grenzen hinweg zu bewegen, sowie den freien Austausch von Wissen in all seinen Formen als zentrale Voraussetzungen für Exzellenz, Kreativität und Innovation. Sie unterstreicht zudem die Werte der Offenheit und der internationalen Zusammenarbeit – einschließlich der Zusammenarbeit mit assoziierten Ländern und Partnerländern außerhalb der EU –, sowie die Rolle des ERA-Gesetzes bei der Stärkung des gegenseitigen Vertrauens zwischen den Mitgliedstaaten, beim Abbau struktureller Hindernisse für die Zusammenarbeit, beim Schutz der Fähigkeit von Forschenden, grenzüberschreitend frei zu arbeiten, und bei der Verwirklichung einer „fünften Freiheit“. In diesem Zusammenhang hebt die gemeinsame Erklärung die potenzielle Rolle der Europäischen Hochschulallianzen als Bindeglied in dieser Wissenskette hervor, wodurch die Ziele des ERA, des Europäischen Bildungsraums (EEA) und des Europäischen Hochschulraums (EHEA) vertieft werden, und fordert zudem, den Allianzen Perspektiven und langfristige Investitionen zu bieten, damit sie zu Vorreitern werden und ihr Wissen mit anderen europäischen Akteuren teilen können. hb

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Aus der Landesvertretung

I VERANSTALTUNGSRÜCKBLICK

„100 Jahre Bauhaus Dessau und das Neue Europäische Bauhaus – lokale Verantwortung für einen gerechten Übergang“

Am 15. April 2026 ist in Brüssel mit einer hochrangigen Konferenz an 100 Jahre Bauhaus Dessau erinnert worden. Veranstaltet wurde die Tagung vom Europäischen Ausschuss der Regionen, der Europäischen Kommission und dem Land Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit mit der Stiftung Bauhaus Dessau. Diskutiert wurde unter anderem, wie Städte und Regionen den Wandel in Europa aktiv gestalten und dabei soziale Teilhabe, Innovation und regionale Identität verbinden können. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Ideen des Bauhauses mit dem Neuen Europäischen Bauhaus in die heutige Zeit übertragen werden können – als Leitbild für nachhaltige, inklusive und gestalterisch hochwertige Stadt- und Regionalentwicklung. Das Neue Europäische Bauhaus (kurz NEB) ist eine Initiative der EU, um in Europa den Weg zur Klimaneutralität zu begleiten und Engagement dafür zu aktivieren. Sachsen-Anhalt kommt hier eine besondere Rolle und Verantwortung zu: mit dem historischen Bauhaus am Standort Dessau und der NEB-Initiative #NeueBauhäusler.

Eröffnet wurde die Konferenz unter anderem von Davinia Wood von der Europäischen Kommission, Tanya Hristova, Bürgermeisterin von Gabrovo und erster stellvertretender Vorsitzender der Fachkommission für Sozialpolitik, Bildung, Beschäftigung, Forschung und Kultur im Europäischen Ausschuss der Regionen, sowie Dr. Jürgen Ude, Staatssekretär der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt. Die Keynote hielt Dr. Barbara Steiner, Direktorin und Vorstandsvorsitzende der Stiftung Bauhaus Dessau, die den Bogen von der historischen Bauhaus-Idee zu den aktuellen Herausforderungen der Regionen in Europa schlug.

In den Fachpanels diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Praxis über die Rolle kleiner Kommunen und regionaler Akteure beim Wandel. Zu den Gesprächsteilnehmenden gehörten unter anderem der Europaabgeordnete Marcos Ros Sempere, die Kommunalpolitikerin Tsvetelina Simeonova-Zarkin aus Sofia, die OECD-Vertreterin Delphine Clavreul sowie Veronica Manfredi von der Europäischen Kommission. Sachsen-Anhalt konnte hier sein Leuchtturmprojekt des Neuen Europäischen Bauhauses, das Reallabor ZEKIWA Zeitz präsentieren. Im Rahmen dieses Projektes wird das Areal einer ehemaligen Kinderwagenfabrik nach den Prinzipien des Neuen Europäischen Bauhauses revitalisiert: gemeinsam, nachhaltig und schön. Auch Projekte aus Griechenland, Slowenien und Spanien wurden vorgestellt, die zeigen, wie die Bauhaus-Prinzipien vor Ort umgesetzt werden können. 

Die Konferenz machte deutlich, dass das Bauhaus auch ein Jahrhundert nach seinem Umzug nach Dessau weit über die Architektur hinaus wirkt. Es bleibt ein Bezugspunkt für die Verbindung von Gestaltung, gesellschaftlicher Verantwortung und regionaler Entwicklung in Europa. yl 

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I VERANTALTUNGSRÜCKBLICK

Staatssekretär Zender zu Gesprächen mit EU Kommission in Brüssel

Um die Besonderheiten der ostdeutschen Agrarstruktur deutlich zu machen, fand jetzt in Brüssel ein Fachgespräch unter dem Motto „Vielfalt sichern, ostdeutsche Landwirtschaft stärken“ statt. Landwirtschaftsstaatssekretär Gert Zender nahm an dem Austausch mit Vertreterinnen der Europäischen Kommission, EU-Abgeordneten und der Deutschen Botschaft in der Landesvertretung Brandenburg teil. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Fortschreibung der gemeinsam mit den ostdeutschen Landesbauernverbänden verabschiedeten „Berliner Erklärung“ vom 18. Januar 2026. Darin fordern die Akteure, die Belange der ostdeutschen Agrarwirtschaft bei der Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) ab 2028 stärker zu berücksichtigen. Insbesondere wenden sich die Unterzeichner gegen die geplante Kappung und Degression der Agrarförderung ab einer bestimmten Betriebsgröße.

Staatssekretär Gert Zender: „Die ostdeutsche Landwirtschaft ist ein starker Pfeiler der europäischen und deutschen Agrarwirtschaft – und genau so muss sie auch von Brüssel behandelt werden. Wer Förderung pauschal deckeln oder kürzen will, gefährdet leistungsfähige Betriebe und starke ländliche Räume in Sachsen-Anhalt. Wir brauchen eine Agrarpolitik, die Leistung anerkennt und faire Entwicklungschancen unabhängig von Größe und Betriebsform bietet. Jeder Hektar ist wichtig, um die Ernährungssicherheit in Europa zu gewährleisten.“

Außerdem hatte sich Staatssekretär Zender über die Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie ausgetauscht. Mit Jan Ceyssens, stellvertretendem Kabinettschef bei Umweltkommissarin Jessika Roswall, diskutierte er die Möglichkeit für die Bundesländer, das Düngerecht innerhalb der Richtlinie individuell zu gestalten. sh

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I NEU BEI UNS

Hospitantin Franziska Sporkenbach (Referentin der Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt)

Die Staatskanzlei Sachsen-Anhalt bietet im Rahmen des strategischen qualitativen Personalmanagements die modulare Qualifizierungsmaßnahme „Europa und Internationales“ für Nachwuchsführungskräfte an, an der ich teilnehmen darf. Das Programm umfasst Workshops, verschiedene Module mit Europabezug, einen Business-Englischkurs sowie eine zweiwöchige Hospitation in Brüssel.

Als Referentin der EU-Prüfbehörde in Sachsen-Anhalt trage ich dazu bei, dass EU-Fördergelder dort ankommen, wo sie tatsächlich Wirkung entfalten. Wir prüfen Projekte vor Ort und stellen sicher, dass die Mittel korrekt, zweckentsprechend und im Einklang mit den Vorgaben der Europäischen Kommission eingesetzt werden. Dabei steht nicht allein die finanzielle Abwicklung im Fokus, sondern insbesondere die Frage nach der tatsächlichen Wirkung: Werden die angestrebten Ziele erreicht und werden die Mittel effizient verwendet? Werden Unregelmäßigkeiten festgestellt, identifiziert die Prüfbehörde entsprechende Schwachstellen und entwickelt konkrete Empfehlungen zur Optimierung. Auf diese Weise leistet sie einen Beitrag zu einer ordnungsgemäßen, transparenten und wirkungsorientierten Verwendung von EU-Fördermitteln in Sachsen-Anhalt.

Die Hospitation in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt in Brüssel nutze ich, um ein vertieftes Verständnis für die Abläufe und Entscheidungsmechanismen auf europäischer Ebene zu gewinnen. Insbesondere interessiert mich, wie politische Initiativen und rechtliche Vorgaben der Europäischen Kommission vorbereitet und in der Praxis umgesetzt werden. Der Aufenthalt bietet mir die Gelegenheit, die Schnittstellen zwischen europäischer und nationaler Verwaltung aus einer praxisnahen Perspektive kennenzulernen und mein bisheriges Wissen gezielt zu erweitern. Zudem möchte ich die Zeit nutzen, um Einblicke in unterschiedliche Themenfelder mit Europabezug zu erhalten und den fachlichen Austausch mit Akteurinnen und Akteuren vor Ort zu intensivieren.

Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit vor Ort sowie auf die vielfältigen Erfahrungen und Impulse, die sich aus dem Aufenthalt ergeben werden. fs

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Aus den Institutionen

I EUROPÄISCHE KOMMISSION

Kinderschutz online: EU-App zur Altersüberprüfung steht

Die EU hat eine neue App zur Altersüberprüfung im Internet entwickelt, um Kinder besser vor ungeeigneten Inhalten zu schützen. Nutzer können damit ihr Alter nachweisen, ähnlich wie beim Vorzeigen eines Ausweises im Geschäft.

Die Einrichtung erfolgt über einen Ausweis oder Reisepass. Danach bestätigt die App bei Online-Diensten nur noch, ob jemand alt genug ist, ohne persönliche Daten weiterzugeben. Sie gilt als datenschutzfreundlich, anonym und ist als Open-Source-Lösung angelegt.

Die App soll auf verschiedenen Geräten funktionieren und Plattformen helfen, Altersbeschränkungen durchzusetzen. Die EU betont, dass Anbieter stärker in die Pflicht genommen werden, Kinder zu schützen.

Einige Mitgliedstaaten planen die Integration in ihre digitalen Systeme. Parallel wird über ein einheitliches Mindestalter für soziale Netzwerke in Europa diskutiert.

Es gibt jedoch Einschränkungen: Die App kann umgangen werden, etwa durch fremde Geräte oder technische Tricks. Sie soll dennoch vor allem verhindern, dass Kinder unbeabsichtigt auf schädliche Inhalte zugreifen. fl PM KOM

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I EUROPÄISCHE KOMMISSION

Verteidigungsbereitschaft: Europäische Kommission investiert über eine Milliarden Euro in Verteidigungsprojekte

Die Europäische Kommission investiert 1,07 Milliarden Euro in 57 neue Verteidigungsprojekte. Die Projekte wurden im Rahmen der Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für den Europäischen Verteidigungsfonds (EEF) ausgewählt. Sie fokussieren sich auf die vier wichtigsten Leitinitiativen der EU im Verteidigungsbereich: die Europäische Drohnenabwehrinitiative, die Eastern Flank Watch, den Europäischen Luftschutzschild und den Europäischen Weltraumschild. Mit diesen Investitionen werden die im Fahrplan für die Verteidigungsbereitschaft 2030 festgelegten Ziele unterstützt. fl PM KOM

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I EUROPÄISCHE KOMMISSION

Einigung auf Schutz der EU-Stahlindustrie vor Auswirkungen weltweiter Überkapazitäten

Die Europäische Union hat sich auf neue Maßnahmen geeinigt, um die Stahlindustrie vor den Folgen globaler Überkapazitäten zu schützen. Hintergrund ist, dass weltweit deutlich mehr Stahl produziert wird als benötigt, was zu starkem Preisdruck und steigenden Importen in die EU führt.

Kern der Einigung ist ein überarbeitetes System von Importkontingenten: Künftig dürfen jährlich nur noch rund 18,3 Millionen Tonnen Stahl zollfrei eingeführt werden. Mengen darüber hinaus werden mit einem Zoll von 50 Prozent belegt.

Zusätzlich wird eine sogenannte „Melt-and-Pour“-Regel eingeführt. Damit soll nachvollziehbar sein, in welchem Land der Stahl ursprünglich hergestellt wurde, um Umgehungen der Vorschriften zu verhindern.

Die Maßnahme soll die europäische Stahlindustrie langfristig stabilisieren, Arbeitsplätze sichern und Investitionen ermöglichen. Gleichzeitig bleibt ein gewisser Marktzugang für Importe bestehen, um Lieferketten nicht zu gefährden.

Die neuen Regeln sollen die bisherigen Schutzmaßnahmen ersetzen, die im Juni 2026 auslaufen. Nach formeller Zustimmung von Parlament und Mitgliedstaaten ist ein Inkrafttreten ab Juli 2026 geplant. fl PM KOM

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I EUROPÄISCHE KOMMISSION

Auswirkungen der Krise im Nahen Osten: Kommission konsultiert Mitgliedstaaten zu befristetem Krisenrahmen für staatliche Beihilfen

Die Europäische Kommission holt derzeit die Stellungnahmen der Mitgliedstaaten zu einem Entwurf eines vorübergehenden Krisenrahmens für staatliche Beihilfen ein. Ziel ist es, die EU-Wirtschaft im Hinblick auf die Krise im Nahen Osten zu stützen. Dies hatte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am 13. April angekündigt. Die Kommission befragt die Mitgliedstaaten zu einem gezielten und befristeten Rahmen für einige der am stärksten von der Krise betroffenen Wirtschaftssektoren, wie Landwirtschaft, Fischerei, Straßenverkehr und innergemeinschaftliche Kurzstreckenseeschifffahrt. Der Vorschlagsentwurf enthält zudem eine vorübergehende Anpassung des Beihilferahmens für den Clean Industrial Deal (CISAF), die höhere Beihilfeintensitäten zur Bewältigung von Strompreisspitzen ermöglicht.fl

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I EUROPÄISCHE KOMMISSION

„Palu-Förderrichtlinie“: Kommission gibt grünes Licht für deutsche Regelung im Umfang von 1,3 Milliarden Euro für die Wiedervernässung von Moorflächen

Die Europäische Kommission hat eine deutsche Regelung genehmigt, über die Eigentümer und Bewirtschafter entwässerter Moorflächen gefördert werden, die sich zur Wiedervernässung ihrer Flächen verpflichten. Die deutsche Maßnahme ist mit 1,3 Milliarden Euro ausgestattet.

Moore sind Feuchtgebietökosysteme, in denen sich pflanzliches Material nicht vollständig zersetzt und sich als Torf ablagert, der wiederum als natürlicher CO2-Speicher fungiert. In Deutschland ist die Entwässerung von Moorflächen, die derzeit land- und forstwirtschaftlich genutzt werden, für 7 Prozent der jährlichen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Mit dieser Regelung will die Bundesregierung eine weitere Zersetzung des Torfkörpers verhindern und die als natürliche CO2-Senken dienenden Moorböden soweit wie möglich wiederherstellen.

Im Rahmen der Regelung werden Maßnahmen zur dauerhaften und umfassenden Wiedervernässung von Moorflächen und zu ihrer anschließenden land- und forstwirtschaftlichen Nutzung bei hohen Wasserständen in sogenannten Paludikulturen gefördert. Die Regelung deckt insbesondere Kosten für vorbereitende Beratungsdienste, Investitionen in der Durchführungsphase, Ausgleichszahlungen für wirtschaftliche Schäden infolge der Wiedervernässung und Beihilfen für die Schaffung von Paludikulturen ab. fl PM KOM

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I EUROPÄISCHE KOMMISSION

Stärkung der EU-Außengrenzen: Einreise-/Ausreisesystem der EU ab heute vollständig in Betrieb

Seit dem 10. April 2026 ist das Einreise-/Ausreisesystem (EES) der Europäischen Union vollständig in Betrieb. Es ersetzt die bisherigen Passstempel durch eine digitale Erfassung von Ein- und Ausreisen von Drittstaatsangehörigen. Dabei werden neben Passdaten auch biometrische Informationen wie Fingerabdrücke und Gesichtsaufnahmen gespeichert.

Ziel des Systems ist es, die Sicherheit zu erhöhen, Identitätsbetrug zu bekämpfen und Aufenthaltsüberschreitungen besser zu erkennen. Gleichzeitig sollen Grenzkontrollen langfristig effizienter werden. In der Anfangsphase kann es jedoch noch zu Verzögerungen kommen. fl PM KOM

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Ausschreibungen

I FÖRDERUNGEN

30 Jahre Marie-Skłodowska-Curie Maßnahmen: Rund 400 Millionen Euro für Postdoc-Förderung im Jubiläumsjahr

Die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA), das EU-Vorzeigeprogramm für die Ausbildung, Mobilität und Karriereentwicklung von Forschenden, wird dieses Jahr 30. Zum Jubiläum investiert die EU-Kommission in diesem Jahr 399 Millionen Euro in Postdoktorandenförderung und startet eine neue Ausschreibung im Rahmen der MSCA. Die Bewerbungsfrist für die MSCA-Postdoktorandenförderung endet am 9. September. fl PM KOM

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Mit DiscoverEU in Europa unterwegs: 6.000 bis 7.000 Tickets sind für junge Zugreisende aus Deutschland reserviert

Die Europäische Kommission bietet wieder 40.000 kostenlose DiscoverEU-Reisetickets an. Auf ihrer Entdeckungstour können 18-jährige Europäerinnen und Europäer damit die Vielfalt, Kultur, Geschichte und Menschen Europas kennenlernen. Die Bewerbung ist ab heute bis zum 22. April möglich. Wer sich erfolgreich beworben hat, kann zwischen dem 1. Juli 2026 und dem 30. September 2027 Europa erkunden. Wie das abläuft, bestimmen die jungen Erwachsenen selbst. Für junge Menschen aus Deutschland sind zwischen 6.000 und 7.000 Tickets reserviert. fl PM KOM

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Europa-Quiz des GOEUROPE! und EDIC Halle

Auf dieser Seite finden Sie wöchentlich ein Quiz zu aktuellen europäischen Themen.

Erproben Sie ihr Europa-Wissen und erfahren Sie mehr!

Europäische Projekte und diverse Partnergesuche

erstellt vom Enterprise Europe Network Sachsen-Anhalt

Mitmachen bei den Europawochen 2026 – Ihre Veranstaltungen und Projektideen sind gefragt!

Vom 30. April bis 31. Mai 2026 finden bundesweit erneut die Europawochen statt. Auch in Sachsen-Anhalt stehen in diesem Zeitraum zahlreiche Veranstaltungen und Projekte mit europäischem Bezug im Mittelpunkt – und dafür sind Sie gefragt!

Europaminister Rainer Robra lädt alle interessierten und engagierten Vereine, Institutionen und Organisationen aus Sachsen-Anhalt ein, eigene Formate und Veranstaltungsideen einzubringen und so zu einem vielfältigen Programm beizutragen, das Europa vor Ort erlebbar macht.

Nutzen Sie die Europawochen, um Ihre Projekte mit europäischem Bezug öffentlich zu präsentieren und aktuelle europäische Fragestellungen kreativ in den gesellschaftlichen Dialog einzubringen. Die Staatskanzlei und Ministerium für Kultur vergibt in diesem Zusammenhang Zuschüsse für Projekte und Veranstaltungen, die sich an den festgelegten Schwerpunktthemen orientieren.

Das Team von GOEUROPE! EJBM beim Bildungsnetzwerk Magdeburg gGmbH unterstützt Sie wie gewohnt bei der Organisation und Durchführung der Europawochen und steht Ihnen für Rückfragen gerne zur Verfügung.

Alle Informationen, Themenschwerpunkte und Hinweise zur Förderung finden Sie auf den Europaseiten des Landesportals und unter www.ejbm.de/europawochen

Werden Sie Teil dieser Initiative und helfen Sie mit, Europa in Sachsen-Anhalt lebendig und sichtbar zu machen!

Gastartikel Isabell Honza Rohde Referentin EU-Angelegenheiten Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt