Botschafterin Indiens zum Antrittsbesuch in Magdeburg

Das Foto zeigt links Ministerpräsident Haseloff und rechts Botschafterin Tomar beim Handschlag zur Begrüßung vor den Fahnen Indiens, Deutschlands und Sachsen-Anhalts.

Am 30. Mai empfing Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff die Botschafterin der Republik Indien, I. E. Mukta Dutta Tomar, zum Antrittsbesuch in Sachsen-Anhalt.

Beide Gesprächspartner erörterten die gegenwärtige Situation und die bilateralen Beziehungen ihrer Länder. Der Ministerpräsident würdigte insbesondere das Engagement indischer Investoren in Sachsen-Anhalt.

Indien und Sachsen-Anhalt unterhalten Kontakte in mehreren Bereichen. Der Export nach Indien erreichte 2017 ein Volumen von 105,8 Millionen Euro, der Import nach Sachsen-Anhalt belief sich im gleichen Jahr auf 150,4 Millionen Euro.

Mehrere Investoren aus Indien haben in Sachsen-Anhalt Arbeitsplätze geschaffen oder erhalten, so zum Beispiel bei der Novalis Deutschland GmbH in Nachterstedt, der ArcelorMittal SSC Deutschland GmbH in Burg oder im Flanschenwerk Bebitz.

Die Industrie- und Handelskammern Halle-Dessau und Magdeburg bieten für ihre Mitgliedsunternehmen regelmäßig Informationsveranstaltungen zum indischen Markt an.

Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg sowie die Hochschulen Anhalt und Merseburg pflegen Kooperationsbeziehungen mit Hochschulen in Indien. 2017 waren rund 770 Studierende aus Indien an Hochschulen in Sachsen-Anhalt eingeschrieben.

Enge Kontakte gibt es seitens der Stiftung Bauhaus Dessau nach Indien. Im April 2013 war die indischen Moderne der 1920er Jahre der Schwerpunkt zum Auftakt der Veranstaltungsreihe "Bauhauswerkstatt". Von März bis Juni 2013 fand in Dessau-Roßlau die Ausstellung „Das Bauhaus in Kalkutta. Eine Begegnung der kosmopolitischen Avantgarden" statt. Im Rahmen des Projekts "Bauhaus Lab 2017 Between Chairs. Dialogues on Craft and Design" beschäftigten sich die Teilnehmenden mit dem indischen Designer Gajanan Upadhyay, der im Sommer 1965 zusammen mit Studierenden der Hochschule für Gestaltung Ulm in Ahmedabad die Sitzkombination "India Lounge (auch 24/42-Sessel genannt)" entwarf. Mit Blick auf das Bauhausjubiläum 2019 erkundet seit März 2018 die Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe "Bauhaus Imaginista" die globalen Verflechtungen des Bauhauses. Dazu ist unter aanderem in Indien im kommenden Jahr ein Symposium geplant.

Die Tradition der Dänisch-Halleschen Mission in Indien ist für die Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale) immer wieder Anlass für Projekte. So wurden zum Beispiel im Rahmen der Forschungszusammenarbeit mit der Roja Muthiah Research Library in Chennai in den vergangenen Jahre verschiedene Veranstaltungen organisiert, darunter die Ausstellung "The Francke Foundations" und der Workshop "Science Transfer as Cultural Dialogue". Aktuell entwickeln die Franckeschen Stiftungen mit Partnern aus Indien und Deutschland ein deutsch-indisches Museum des interkulturellen Dialogs in Tharangambadi (Bundesstaat Tamil Nadu).