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Vom Zulieferer zum Entwickler

VTQ erweitert seine Kapazitäten durch EFRE-Förderung

(Von Sylvia Bösch, 07.02.2020)

„Industrie-Elektronik, Automobilbranche, Medizintechnik. Bis auf die Luft- und Raumfahrt ist bei uns so gut wie jeder Bereich vertreten“, sagt Dr. Steffen Enke, Geschäftsführer der VTQ Videotronik GmbH. Das mittelständische Unternehmen mit rund 180 Mitarbeitern befindet sich im südlichen Sachsen-Anhalt am Standort Querfurt. Seit nunmehr 50 Jahren fertigt VTQ im Kundenauftrag elektronische Baugruppen und Geräte. Zu DDR-Zeiten bildeten Zulieferungen für das alte VEB-Fernsehwerk „Friedrich Engels“ in Staßfurt den Schwerpunkt des Unternehmens. „Mit der Wende haben wir neue Wege beschritten und uns eine eigene Entwicklungsabteilung aufgebaut. Wir begannen mit der Entwicklung und Produktion eigener Produkte, haben uns gleichzeitig deutlich breiter aufgestellt und dadurch sehr viele Kunden gewonnen“, erläutert Enke. Inzwischen werden die von VTQ hergestellten professionellen Funksysteme zur Video-, Audio- und Datenübertragung weltweit von Kunden in vielen Ländern eingesetzt. Für ihr Engagement und ihre Forschung hat VTQ Videotronik schon Auszeichnungen wie den „Großen Preis des Mittelstandes“, „Innovationspreis des Landkreises“ und „Unternehmer des Jahres“ erhalten.

Mehr Aufträge in gleicher Zeit
Um das Produktionsvolumen zu steigern und Engpässe zu beseitigen, hat das mittelständische Unternehmen bereits mehrmals in seine Maschinentechnik investiert. Unterstützt wurde VTQ dabei aus verschiedenen Fördertöpfen des Landes Sachsen-Anhalt und der EU. „Mit Fördermitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) konnten wir zum Beispiel eine neue Selektiv-Lötanlage anschaffen, die deutlich effizienter und schneller ist und mehr Lötvorgänge in gleicher Zeit schafft. Dadurch können wir Aufträge realisieren, die wir sonst nicht hätten durchführen können“, freut sich Enke. Durch den gesteigerten Umsatz wiederum könnten vorhandene Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen werden. Auch in den EDV-Bereich wurde investiert. Rund 150.000 Euro erhielt das Unternehmen für seine Kapazitätserweiterungen aus dem EU-Förderprogramm GRW-Unternehmensförderung (Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“). Land und Bund steuerten jeweils rund 15.000 von den Gesamtkosten in Höhe von 713.672 Euro bei.

Austausch auf Veranstaltungen und mit anderen Unternehmen
„Wenn man etwas anfassen, verändern und verbessern möchte, muss man sich mit den Dingen intensiv auseinandersetzen und die Initiative ergreifen. Daher informieren wir uns regelmäßig, welche Fördermöglichkeiten es gibt, und tauschen uns mit anderen mittelständischen Unternehmen in Sachsen-Anhalt aus. Außerdem werden wir sehr gut von der Investitionsbank in Sachsen-Anhalt betreut“, erläutert Enke, der inzwischen seit 23 Jahren bei VTQ tätig ist. Darüber hinaus besucht er regelmäßig Veranstaltungen: „Dort erfahren wir sehr viel und bekommen auch andere Projekte vorgestellt. So werden manchmal Ideen für neue Produkte und weitere Innovationen geboren. Oder man erkennt, durch welche Förderungen man seine geplanten Investitionen noch verbessern und erweitern kann“, erzählt der Geschäftsführer.

EU-Förderungen für Energieeffizienz und Innovationsassistentin
So erhielt die VTQ Videotronik beispielsweise Zuschüsse aus dem EFRE-Programm „Sachsen-Anhalt Energie“. „Dadurch konnten wir die Wärme-, Druckluft- und Stickstofferzeugung weiter optimieren. Nun erzeugen wir den Stickstoff selbst, den wir in der Produktion verbrauchen“, berichtet Enke. Nach Umsetzung der Maßnahme wird VTQ künftig 243.296 kWh Energie und damit 112 Tonnen CO2 einsparen. Außerdem hat das Unternehmen über das durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderte Programm „Innovationsassistenten“ eine neue Mitarbeiterin eingestellt, die im Unternehmen nach Schwachstellen und Verbesserungspotential sucht. Die Suche nach Verbesserungspotential binde sehr viel Arbeitszeit, sagt Enke. Das mache man nicht einfach nebenbei. „Wir sind sehr dankbar für diese Möglichkeiten. Denn als Mittelständler muss man immer genau nachdenken, welche Investitionen man sich leisten kann. Wenn einem solche Fördermöglichkeiten unter die Arme greifen, ist man auch viel eher dazu bereit zu sagen – das kann ich mir leisten“, so der Geschäftsführer.

Hier finden Sie weitere interessante Beispiele, wie die Menschen von EU-Fördermitteln aus ELER, EFRE und ESF in Sachsen-Anhalt nachhaltig profitieren

Weitere Quellen:
Presseportal „Europa vor Ort in Sachsen-Anhalt“ der Europäischen Kommission

Infos zu weiteren Investitionen der VTQ Videotronik GmbH:
http://www.vtq.de/unternehmen-ems/investition.html